SSVE überrascht gegen Potsdam und siegt hochverdient

2. Dezember 2018

10:5-Heimsieg gegen Bronzemedaillengewinner dank starker Abwehr

Der SSV Esslingen hat zuhause gegen den OSC Potsdam eine kleine Überraschung geschafft: der 10:5 (1:0, 2:1, 4:2, 3:2)-Erfolg war ein glatter und so nicht zu erwartender Start-Ziel-Sieg und bringt die Esslinger Wasserballer ihrem Ziel, unter die besten Sechs zu kommen, ein Stück näher.

Die letzte Szene war typisch für den gesamten Spielverlauf: Potsdam bringt seinen Angriff dank der klugen Esslinger Abwehrarbeit nicht durch und versucht es mit ablaufender Angriffszeit mit einem Schuss aus zweiter Reihe. Doch der wird vom stark aufspielenden SSVE-Neuzugang Uros Fabic geblockt, der für die gelungene Aktion die Faust in die Höhe reckt und von seinen Mitspielern bejubelt wird. Es folgt nur noch die Schlusssirene und weiterer Jubel auf Esslinger Seite und den glücklichen Fans, die eine ganz starke Partie ihrer Mannschaft gegen die favorisierten Brandenburger gesehen hatten. SSVE-Trainer Janusz Gogola war mit der Einstellung und der Umsetzung der Vorgaben durch sein Team hochzufrieden: „Am heutigen Tag konnte das Team aus Potsdam unsere gut stehende Abwehr nicht überwinden. Dazu kam noch unser Torwart Florian Pirzer in glänzender Verfassung. Uns war bewusst, dass das Potsdamer Team, durch größeres Trainingspensum und Teilnahme in einem internationalen Wettbewerb vor der Saison, physisch für das Spiel sehr gut vorbereitet war. Unsere Entscheidung, die strengen, taktischen Maßnahmen zu verfolgen, belohnte das Team mit einem relativ deutlichen Sieg. Glückwunsch an alle Spieler!“ Grundvoraussetzung für den Sieg war zweifelsohne die Abwehrarbeit, bis zur 23. Minute ließen die Esslinger gerade mal zwei Tore zu. Und die Würfe, die auf das Tor des SSVE kamen, konnte Torhüter Florian Pirzer mit mehreren überragenden Paraden entschärfen und brachte die gegnerischen Schützen zum Verzweifeln: „Wir haben heute zwei nicht unbedingt eingeplante, aber hochverdiente Punkte eingefahren. Erfolgsgarant war eine sichere Abwehr, in der wir füreinander gekämpft und die leichten Gegentore der letzten Wochen abgestellt haben. Auch nach der unnötigen Rolle von Heiko haben wir uns nicht hängen lassen, sondern weiter nach vorne gespielt und den Sieg sicher nach Hause gebracht.“ Co-Trainer und Kapitän Heiko Nossek zeigte sich ebenfalls hocherfreut über die beiden Punkte: „Das war die mit Abstand beste Saisonleistung bis jetzt! Eine geschlossene Mannschaftsleistung mit einem überragenden Florian Pirzer – zu Recht „Spieler des Tages“. Alle Spieler haben sich an die taktischen Vorgaben gehalten und das ist gegen gleichwertige Mannschaften die halbe Miete. Wir sind absolut im Soll und jetzt noch zwei Punkte zum Abschluss gegen Plauen und wir können schöne Weihnachten feiern“, blickt der Kapitän augenzwinkernd auf das letzte wichtige Heimspiel des Jahres gegen den SVV Plauen voraus.
Nach etwas mehr als eineinhalb Minuten eröffnete Hannes Rothfuß mit einem schön platzierten Rückraumtreffer das Toreschießen. Doch sollte dies der einzige Treffer des ersten Abschnittes bleiben. Potsdam bekam in der Folgezeit drei Mal hintereinander ein Überzahlspiel zugesprochen, doch drei Mal scheitern sie an Florian Pirzer im Esslinger Tor, der außerdem ein weiteres Mal gegen einen frei vor seinem Gehäuse auftauchenden Stürmer seinen Kasten sauber halten konnte. Auch die Esslinger ließen in der 7. Spielminute ihre erste Mann-Mehr-Situation ungenutzt.
Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts eine weitere Top-Parade von „Spieler des Tages“ Florian Pirzer und im Gegenzug erhöhte Zoran Bozic auf Pass von Valentin Finkes aus einer Kontersituation auf 2:0. In Überzahl verkürzten die Gäste durch Nationalspieler Hannes Schulz auf 2:1. Doch der SSVE stellte mit einem schnell ausgeführten Überzahlspiel durch Valentin Finkes den Zwei-Tore-Abstand wieder her, zugleich der Halbzeitstand.
In der äußerst wichtigen Phase gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit war es Kapitän Heiko Nossek, der mit einem Doppelschlag den Vorsprung auf vier Tore anwachsen ließ: das 4:1 erzielte er durch einen direkt verwandelten Freiwurf mittels Bogenball ins kurze Eck, das 5:1 mit einem Strafwurf, den zuvor SSVE-Center Konstantinos Sopiadis ganz stark erkämpft hatte. Doch es ist auch der Kapitän, der eine Entscheidung der Unparteiischen kommentiert und dafür einen Ausschluss mit Ersatz erhält, gleichbedeutend mit einer roten Karte, allerdings darf er nach 20 Sekunden Strafzeit ersetzt werden. Vorausgegangen war aber eine Situation, in der die Unparteiischen eine überharte Entscheidung trafen, als sie den Kapitän in einer Abwehraktion des Wassers verwiesen. Das Überzahlspiel nutzten die Gäste umgehend und verkürzten so auf 5:2. Noch war selbstverständlich nichts entschieden, schließlich waren noch über 12 Minuten zu spielen. Doch die Esslinger Bundesligawasserballer ließen sich nicht beirren und machten „ihr Ding“ weiter. Valentin Finkes erhöhte mit einem direkt verwandelten Freiwurf auf 6:2, den die Gäste schnell mit ihrem dritten Treffer beantworteten. Auf ein schönes Anspiel von Uros Fabic konnte sich Center Konstantinos Sopiadis ein weiteres Mal eindrucksvoll durchsetzen und sich mit dem 7:3 belohnen, zugleich der letzte Pausenstand.
Und es war erneut Slowene Uros Fabic, der es zu Beginn des vierten Abschnitts gleich mit zwei Potsdamern aufnahm und dabei ein Überzahlspiel für seine Mannschaft herausholte, das Hannes Rothfuß mit seinem zweiten Treffer aus dem Rückraum zum 8:3 nutzte. Laut bejubelt wurde auch die nächste Parade von Florian Pirzer, der daraufhin gleich einen Konter einleitete, den Hannes Rothfuß zum vorentscheidenden 9:3 verwandelte. Überhaupt war es der 28jährige Vizekapitän, der nach dem Ausschluss gegen Heiko Nossek nicht nur die imaginäre Kapitänsbinde übernahm, sondern auch viel Verantwortung. Nach zwei weiteren Paraden des SSVE-Torwarts war es der in den Konter gestartete Zoran Bozic, der einen mustergültigen Pass von Valentin Finkes zum zehnten Esslinger Treffer vier Minuten vor dem Spielende nutzte. Die letzten beiden Treffer gehörten zwar den Gästen, waren jedoch letztendlich nur noch Ergebniskosmetik.

Die Esslinger Wasserballer können damit zwei Punkte auf der Haben-Seite verbuchen, mit denen nicht unbedingt zu rechnen gewesen ist. Sie stehen in der noch etwas schiefen Tabelle mit 5:7 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz, also drei Punkte vor dem Siebtplatzierten, der SG Neukölln. Weiter geht es am nächsten Wochenende mit dem Pokal-Viertelfinale. Die Esslinger haben dabei ein Horror-Los gezogen: Rekordmeister Spandau und das auch noch auswärts. Doch noch vor Weihnachten hat der SSVE mit dem SVV Plauen einen direkten Gegner zu Gast im Inselbad. Die Sachsen konnten am Samstag einen überraschend deutlichen 6:11-Sieg bei der SG Neukölln einfahren. Das erste Spitzenduell der DWL brachte einen knappen 5:6-Auswärtserfolg von Waspo 98 Hannover bei Spandau 04, nachdem die Berliner bereits mit 3:0 in Führung lagen.

Für den SSV Esslingen im Einsatz waren:

Florian Pirzer (Torwart), Eric Fernandez Rivas, Hannes Rothfuß (3 Tore), Valentin Finkes (2), Miklos Barothy, Uros Fabic, Heiko Nossek (2), Zoran Bozic (2), Robin Finkes, Kende John, Linus Orszulik, Konstantinos Sopiadis (1), Jonathan Nemitz.

Konstantinos Sopiadis nach seinem wichtigen Treffer zum 7:3 (Foto: Benjamin Lau, BeLa Sportfoto)

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