SSVE-Wasserball-Mädels fahren zur Deutschen Meisterschaft

8. November 2017

Vom 10. bis zum 12. November findet in Chemnitz die Endrunde der Deutschen Wasserball-Meisterschaft in der weiblichen U15 statt – und erstmals wird ein Team aus der Region Stuttgart an diesem Turnier teilnehmen: Die Mädchen-Mannschaft des SSV Esslingen mit ihrer Trainerin Iris Schneider wird nach Sachsen reisen, um ein ganz besonderes Wasserballjahr mit dem Kräftemessen der sechs besten deutschen Mädchenteams dieser Altersklasse abzuschließen.

Seit längerem gibt es beim Schwimmverband Württemberg den Wunsch, den weiblichen Wasserball in der Region mit gezielter Nachwuchsförderung voranzubringen. Der Versuch, einen Verein zu finden, der sich dieser Aufgabe annimmt und in der in Deutschland traditionell so männlich geprägten Sportart Ressourcen auf die Ausbildung weiblicher Jugendlicher verwendet, scheiterte aber immer wieder. Im letzten Herbst hat dies schließlich der SSV Esslingen übernommen, der neben seiner etablierten männlichen Bundesligamannschaft seit jeher als einziger Verein der Region auch ein Frauenteam in der 2. Bundesliga am Start hat. Nach einem vom SSVE-Jugendtrainer Arnd Rau initiierten Vorlauf in der U13-Bezirksliga, den die Esslinger Mädchen überaus erfolgreich absolviert hatten, gründete man ein U15-Team. In diesem spielen neben Esslinger Eigengewächsen auch Mädels aus anderen Vereinen der Region mit, die in ihren Heimatvereinen in der Regel Teil fast ausschließlich männlicher Teams sind. Dabei zahlte sich die enge Kooperation, die von den SSVE-Trainern seit langem mit den umliegenden Wasserballvereinen gepflegt wird, aus: Um den talentierten Mädchen ihrer eigenen Mannschaften auch mittel- und langfristig eine Perspektive zu geben, unterstützten die Trainer des VfL Kirchheim, des PSV Stuttgart, des BSC Pforzheim und der WF Gemmingen das Projekt von Beginn an nach Kräften.

Nun liegt ein ereignisreiches Wasserball-Jahr hinter den SSVE-Mädels, in dem diese die anfangs bei vielen eher skeptischen Erwartungen mehr als erfüllt haben. Schnell ist die Mannschaft zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen, die durch ihren engen Zusammenhalt auch gegen die Mädchen deutlich erfahrenerer Vereine durchaus den einen oder anderen Achtungserfolg erringen konnte. Und die Liste der Wettkampfrunden und Turniere, in denen sich die SSVE-Mädchen in diesem einen Jahr bewährt haben, kann sich sehen lassen: Sie reicht von kleineren Ausscheidungen wie dem Müller-Cup in Darmstadt, bei dem man auf Anhieb Bronze holte, und dem Göppinger Neujahrsturnier über den internationalen Delfina-Cup, bei dem man nur knapp der tschechischen Nationalmannschaft unterlag, bis hin zu einem vierten Platz beim DSV-Pokal. Schließlich nahmen die Mädels auch an der deutschlandweit ausgetragenen Runde des NRW-Schwimmverbands teil, wo sie auf Anhieb hinter den drei Schwergewichten des deutschen Frauenwasserballs – Chemnitz, Uerdingen und  Bochum – vierter wurden und damit beispielsweise das U15-Team des etablierten Frauen-Bundesligisten ETV Hamburg in der Tabelle hinter sich ließen.

Allen Grund, nun auch die Deutsche Meisterschaft ambitioniert anzugehen, haben die SSVE-Mädels also. Ein Medaillenrang bei diesem Spitzenturnier käme für das junge Team zwar eher einer Sensation gleich. Aber Iris Schneider, die in Chemnitz wie schon das ganze Jahr über von Christian Grießhaber als Co-Trainer unterstützt wird, hat allen Grund zur Annahme, dass es ihren Mädchen gelingen könnte, den gesetzten Favoriten die eine oder andere Aufgabe zu stellen. Und allein die Tatsache, dass es gelungen ist, bereits am Ende des ersten Jahres ein Team in die Deutsche Meisterschaft zu führen, ist mehr als beachtlich. Dabei ist die nahe Zukunft vielversprechend: In den überaus erfolgreichen SSVE-Jugendmannschaften der U13 und U11, in denen die Wettbewerbe gemischt gespielt werden, ist der Anteil der spielstarken Mädchen in den letzten Jahren entscheidend gestiegen Von daher sind Mädchen zwischen 10 und 15, die gerne schwimmen und Spaß an Mannschaftssport haben, jederzeit herzlich eingeladen, mal beim SSVE vorbeizuschauen.  Dass da im wilden Süden etwas entsteht im Mädchenwasserball, mit dem künftig zu rechnen ist, hat man jedenfalls anderswo längst bemerkt.

 

Foto: Der U15-Kader des SSV Esslingen:

Auf dem Foto abgebildet, von links nach rechts:

Vordere Reihe: Shiva Orszulik, Ioanna Petiki, Elena Ludwig, Ida Wellensiek, Leonie Schneider, Anna Neuffer

Hintere Reihe: Lara Schneider, Maria Patsiavouridou, Georgia Sopiadou, Joanna Dovridis, Maxima Kleisch, Katharina Moormann, Lina Roth, Lara Sardella

Auf dem Foto fehlen: Lea Haidacher, Danielle Kölmel, Kenza Zouari, Anastasija Misic

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