SSVE enttäuscht und punktet nicht

4. November 2019

Heim-Doppelwochenende ohne Punkte gegen die Teams aus Hannover

Während am Samstag die 6:17 (1:3, 2:4, 2:5, 1:5)-Niederlage gegen Pokalsieger und Meisterschaftsfavorit Waspo 98 Hannover noch eingeplant war, herrschte sonntags nach dem 9:10 (1:3, 3:3, 3:3, 2:1) gegen die White Sharks Hannover Enttäuschung über das Ergebnis und die eigene Leistung bei der Esslinger Mannschaft und ihren Fans.

Als Heiko Nossek mit seinem vierten Treffer 42 Sekunden vor der Schlusssirene den Anschlusstreffer zum 9:10 gegen die White Sharks erzielte, keimte bei Mannschaft und den zahlreichen Zuschauern im Untertürkheimer Inselbad noch einmal kurz Hoffnung auf einen Punktgewinn auf. Und Esslingen bekam noch einen vielversprechenden Angriff, doch einen Abschluss auf das Hannoveraner Gehäuse brachte der SSVE nicht mehr zustande. So mussten die Esslinger Bundesligawasserballer nach der 12:13-Auswärtsniederlage in letzter Sekunde vor einer Woche bei der SG Neukölln Berlin eine weitere bittere Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten um die Plätze einstecken, dieses Mal sogar vor heimischem Publikum. SSVE-Trainer Janusz Gogola sieht vor allem Schwächen im Angriff seiner Mannschaft: „Wir brauchen zurzeit zu viele Chancen, um Tore zu erzielen. Das kostet Kraft und Punkte. Eine schwierige Situation für uns alle. So ist aber Wasserball. Wir müssen uns schnell wieder finden, um dem Abstiegskampf zu entkommen.“ Nach vier Spieltagen steht der SSVE nicht da, wo er stehen wollte, andererseits befindet man sich immer noch in einer frühen Phase der Saison, schließlich folgen noch zwölf Spieltage. Hektischer Aktionismus wäre nun sicher fehl am Platze, jedoch galt es, möglichst schnell wieder in die Spur zu kommen. SSVE-Kapitän Heiko Nossek: „Gegen Waspo können wir mit den ersten beiden Vierteln zufrieden sein. Darauf lässt sich aufbauen. In der zweiten Hälfte wurden wir dann zu fahrlässig und das hat Waspo ausgenutzt. Gegen die Sharks haben wir den Anfang etwas verschlafen und unsere Chancen nicht genutzt. Jetzt sind wir denkbar schlecht in die Saison gestartet, aber unsere Ziele sind immer noch erreichbar. Dafür muss die Mannschaft konzentriert weiterarbeiten und sich nicht verrückt machen lassen.“

Am Sonntag erwischten die White Sharks Hannover den besseren Start, gleich der erste Rückraum-Schuss landete am Esslinger Innenpfosten zum 0:1. Zwar konnte Esslingens Kapitän Heiko Nossek in Überzahl den Ausgleichstreffer erzielen, doch sollte dies der einzige SSVE-Treffer des ersten Abschnittes bleiben. Gäbe es im Wasserball einen Videobeweis, wäre es zur erneuten Führung der Gäste nicht gekommen: Hannes Rothfuß wurde wegen Behinderung seines Gegenspielers beim Freiwurf des Wassers verwiesen, obwohl der Ball bereits eindeutig die Hand des Hannoveraners verlassen hatte, der dadurch freie Bahn aufs Tor bekam. Es folgten vergebene Chancen auf beiden Seiten und während die Bälle der Esslinger Angreifer mehrfach auf der Torlinie liegen blieben, trafen die Sharks aus der Centerposition erneut mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:3-Pausenstand. 

Ins zweite Viertel starteten die Esslinger stärker und Heiko Nossek schloss einen Mannschaftskonter zum 2:3-Anschlusstreffer erfolgreich ab. Durch einen weiteren Mannschaftskonter, abgeschlossen von Konstantinos Sopiadis, schafften die Esslinger den Ausgleich. Die erneute Gästeführung egalisierten die Hausherren durch einen weiteren Konter, dieses Mal war es Zoran Bozic, der das 4:4 erzielte. Eine Schwächephase des SSVE inklusive schwacher Chancenverwertung brachte die Hannoveraner zur Halbzeit wieder mit 4:6 in Front.

Ein umstrittener Strafwurf brachte in der 19. Spielminute die erste Drei-Tore-Führung für die Sharks. Zoran Bozic verkürzte aus dem Rückraum, doch ein Rückraumtreffer und ein weiterer äußerst umstrittener Strafwurf sorgte dafür, dass der SSVE mit 5:9 in Rückstand geriet. Marvin Thran von Rechtsaußen sowie Konstantinos Sopiadis mit einem schönen Centertor hielten ihr Team im Spiel.

Beim Stande von 7:9 ging es in den letzten Abschnitt, allerdings waren es die Gäste, die den nächsten Treffer setzen sollten und somit wieder mit drei Toren in Führung lagen. Die nächsten fünf Minuten waren wieder von vergebenen Esslinger Chancen geprägt, ehe Heiko Nossek mit einem sehenswerten Bogenball das 8:10 erzielte. 95 Sekunden waren noch zu spielen. Und wieder übernahm der Kapitän Verantwortung und erzielte den eingangs bereits beschriebenen Anschlusstreffer, aus Esslinger Sicht leider zugleich der 9:10-Endstand.

Tags zuvor waren die Rollen von Beginn an klar verteilt. Waspo 98 Hannover ist ein Profiteam, welches in der Champions League mitspielt und Titel gewinnen möchte. Während die Esslinger in der ersten Halbzeit ganz gut dagegenhalten konnten und in der Abwehr relativ stabil standen und im Angriff den ein oder anderen Akzent setzen konnte, spielten die Gäste in der zweiten Halbzeit ihre Überlegenheit aus. Verständlich, dass auf Esslinger Seite die Kräfte für die wichtige Sonntagspartie geschont wurden. Am Ende stiegen die Hannoveraner verdient mit 6:17-Toren als Sieger aus dem Wasser.

Marvin Thran: eine wichtige Stütze im Esslinger Spiel (Foto: Benjamin Lau, BeLa Sportfoto)

Die Esslinger Wasserballer haben nun ein spielfreies Wochenende, ehe mit dem ASC Duisburg der nächste schwere Gegner im heimischen Inselbad wartet. Gegen die Rheinländer hatte der SSVE bei einem Vorbereitungsturnier auf der Neckarinsel Mitte September zwei Mal den Kürzeren gezogen und Duisburg wusste vergangenes Wochenende beim 19:17 gegen Potsdam und dem 13:16 gegen Rekordmeister Spandau 04 zu überzeugen. Es gilt nun, die zweite knappe Ein-Tor-Niederlage der Saison aufzuarbeiten und die Lehren daraus zu ziehen.

Für den SSV Esslingen im Einsatz waren:

Boris Tepic (Torwart, nur Samstag), Eric Fernandez Rivas, Hannes Rothfuß (1 Tor am Samstag / 0 Tore am Sonntag), Valentin Finkes (1/0), Miklos Barothy (1/0), Uros Fabic, Linus Orszulik (nur Samstag), Heiko Nossek (nur Sonntag / 4), Marvin Thran (0/1), Robin Finkes, Kende John (1/0), Zoran Bozic (2/2), Konstantinos Sopiadis (0/2), Florian Pirzer (Torwart), Predrag Spasojevic (Torwart, nur Sonntag).

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