SSVE kehrt mit zwei Niederlagen zurück

25. November 2019

Niederlage mit Gegenwehr in Potsdam – Klassenunterschied zu Spandau

Ohne Punkte kehrten die Bundesliga-Wasserballer des SSV Esslingen von ihrer weiten Reise in den Nordosten der Republik zurück. Während das ersatzgeschwächte Team am Samstag in Potsdam bei der 13:18 (2:3, 4:6, 2:5, 5:4)-Niederlage eine kämpferische Leistung ablieferte, war bei Rekordmeister Spandau 04 am Sonntag von Vorneherein nichts zu holen, am Ende hieß es 4:22 (1:7, 1:4, 0:8, 2:3).

Das neue Trainerduo Heiko Nossek und Hannes Rothfuß des SSV Esslingen hatte aufgrund der starken Gegner und der personellen Situation nicht mit Punkten gerechnet. „Wenn wir über das erste Viertel hinaus besser gezeigt hätten, was wir uns vorgenommen hatten, hätte es enger werden können“, so Heiko Nossek, der gegen Potsdam ins Wasser stieg, während Hannes Rothfuß coachte. Der 29jährige sah „ein Spiel mit Aufs und Abs. Wir fangen gut an, sind wach, lassen aber die ein oder andere Überzahlsituation ungenutzt. Auf der anderen Seite haben wir uns in der Verteidigung leider nur zum Teil an das gehalten, was besprochen war. So machen wir den Gegner stark und kassieren zu einfache Tore. Am Ende muss man sagen, dass es einfach zu viele Gegentore waren, um ein Auswärtsspiel erfolgreich zu bestreiten.“ Verzichten mussten die Esslinger Wasserballer auf den verletzten Eric Fernandez Rivas sowie die kurzfristig zu einer Reise mit der Juniorennational-mannschaft verpflichteten Zoran Bozic und Boris Tepic. Dadurch bekamen die SSVE-Nachwuchskräfte viel Einsatzzeiten, so tauchte der erst 16jährige Marko Zemun sogar bei beiden Spielen auf der Torschützenliste auf und der gleichaltrige Theodor Nemitz hatte einige gute Aktionen auf der im Wasserball so schweren Centerposition. Doch auch Linus Orszulik und Kende John empfahlen sich für weitere Aufgaben. „Wir haben am Ende viele junge Spieler eingesetzt, ihnen gehört die Zukunft so Neu-Trainer Heiko Nossek, der am Sonntag das Coaching übernahm. Sein Co-Trainer Hannes Rothfuß ergänzt: „Die jungen Spieler haben ihr Potenzial gezeigt und ihre Chancen genutzt. Das lässt für die Zukunft hoffen. Wir wachsen als Team zusammen, die Stimmung ist gut und wenn der ein oder andere Spieler wieder zur Truppe stößt, lässt das auf positive Ergebnisse hoffen.“

Am Samstag in Potsdam sollte es eine ganze Weile dauern, bis das erste der 31 Tore fiel: die Gastgeber gingen in der dritten Spielminute mit 1:0 in Führung. Doch Marvin Thran mit einem Doppelschlag innerhalb kürzester Zeit konnte mit seinen Treffern seinem Team die erste, zugleich aber auch einzige Führung bescheren. Mit zwei Überzahltreffern gingen die Gastgeber mit 3:2 in die erste Pause. 

Der zweite Abschnitt begann denkbar schlecht für die Gäste: mit zwei Rückraumtoren sowie dem ersten von vier verwandelten Strafwürfen konnten die Hausherren schnell auf 6:2 davonziehen. Miklos Barothy auf schönes Zuspiel von Kende John markierte in Überzahl den dritten SSVE-Treffer, doch ein weiterer Strafwurf brachte dem OSC die nächste 4-Tore-Führung. Esslingens Uros Fabic erkämpfte seinem Team eine Überzahlsituation, die Heiko Nossek per Bogenball zum 7:4 nutzten. In der 15. Spielminute und dank einem Treffer von Valentin Finkes war der SSVE beim 7:5 wieder dran. Ein weiterer Strafwurf- sowie ein Überzahltreffer ließ Potsdam allerdings ihre Führung wieder auf vier Tore ausbauen. Noch vor der Halbzeit war es wieder Linkshänder Valentin Finkes, der dank eines von Center Konstantinos Sopiadis erkämpften Strafwurfs, auf 9:6 verkürzen konnte.

Mit dem ersten Angriff des dritten Abschnitts erzielte Potsdam das 10:6, doch einmal mehr traf Valentin Finkes in Überzahl zum 10:7. Es folgte die zweite Esslinger Schwächephase, in der die Gastgeber vorentscheidend auf 13:7 erhöhen konnten. Uros Fabic setzte in Überzahl zwar den achten SSVE-Treffer, doch dank eines Kontertreffers ging der OSC mit sechs Toren Vorsprung in den letzten Abschnitt.

Die Gastgeber machten gleich zu Beginn des vierten Viertels den Deckel auf die Partie, indem sie ihre Führung auf 16:8 ausbauen konnten. Doch Esslingens Nachwuchskräfte wollten sich fortan zeigen, Marko Zemun markierte in Überzahl das 16:9. Valentin Finkes war mit einem weiteren Strafwurf zum 16:10 erfolgreich. Sowohl die Überzahlsituation als auch den Strafwurf hatte der gut spielende SSVE-Center Konstantinos für sein Team herausgeholt. Dem 17. Treffer des OSC folgte sogleich der elfte des SSVE, als Linus Orszulik in Überzahl erfolgreich war. Das Dutzend voll machte schließlich Routinier Marvin Thran. Ein erfolgreicher Mannschaftskonter brachte den Potsdamern das 18:12, doch Kende John mit einem schönen Zusammenspiel mit Theodor Nemitz setzte den Schlusspunkt zum 18:13.

Dass es tags darauf beim amtierenden Meister Spandau 04 mit seiner Profimannschaft für die Esslinger nichts zu holen geben würde, stand von vorneherein fest. Dennoch hätte man sich ein etwas besseres Ergebnis gewünscht, auch wenn die vier eigenen Treffer immerhin eine deutliche Steigerung zu den letzten Partien in Berlin waren. Die Berliner setzten das junge Esslinger Team mit einer körperbetonten Pressdeckung permanent unter Druck und so blieb kaum Entfaltungsmöglichkeit für das SSVE-Spiel. Doch in der sechsten Spielminute fand ausgerechnet SSVE-Talent Marko Zemun eine Lücke und erzielte in Überzahl das 1:6 aus Esslinger Sicht. Marvin Thran traf per Strafwurf zum 2:9. Während der dritte Abschnitt mit 8:0 an die Gastgeber ging, war das letzte Viertel regelrecht umkämpft und endete nach zwei SSVE-Toren von Uros Fabic und Linus Orszulik sowie drei Berliner Treffern 3:2 für die Spandauer.

Für den SSVE im Einsatz waren:

Predrag Spasojevic (Torwart), Marko Zemun (1 Tor am Samstag / 1 Tag am Sonntag), Theodor Nemitz, Hannes Rothfuß (nur Sonntag), Valentin Finkes (4/0), Miklos Barothy (1/0), Uros Fabic (1/1), Heiko Nossek (nur Samstag, 1), Marvin Thran (3/1), Robin Finkes, Kende John (1/0), Linus Orszulik (1/1), Konstantinos Sopiadis

Valentin Finkes erzielte in Potsdam vier Tore (Foto: Benjamin Lau, BeLa Sportfoto)

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