Heiko Nossek macht nach 307 Länderspielen Schluss

16. Februar 2017

SSVE-Kapitän beim Weltligaspiel gegen die Slowakei verabschiedet

Eine lange Nationalmannschaftskarriere mit vielen Höhepunkten, darunter zwei Olympiateilnahmen, ist nun endgültig zu Ende. Nach 307 Länderspielen wurde Heiko Nossek am 14. Februar 2017 verabschiedet.

Der SSV Esslingen ist der Verein, in dem er groß geworden ist und den Wasserballsport erlernt hat. Und beim SSVE spielt er auch weiterhin in der Bundesligamannschaft eine tragende Rolle, sowohl als Kapitän, als auch als Co-Trainer. Auch in der Zukunft. Doch einen Teil seiner Sportler-Karriere hat Heiko Nossek nun beendet: nach 307 A-Länderspielen wurde er im Rahmen des Weltligaspiels im Untertürkheimer Inselbad zwischen Deutschland und der Slowakei (Endstand: 9:8 nach Fünfmeterschießen) in der Halbzeitpause von Rainer Hoppe, seines Zeichen Vorsitzender der Fachsparte Wasserball im Deutschen Schwimm Verband, verabschiedet. In der vollbesetzten Traglufthalle waren auch zahlreiche Wegbegleiter des schussgewaltigen Rückraumspielers anwesend und spendeten ihm langanhaltenden Applaus. „Alles hat seine Zeit“, so Heiko Nossek, „ich bin froh und glücklich, dass ich für Deutschland so lange spielen und dies alles erleben durfte. Aber wie ich schon sagte: alles hat seine Zeit.“

Heiko Nossek ist in seiner sportlichen Laufbahn mit großer Wahrscheinlichkeit etwas einmaliges gelungen: er wurde gleich in drei Ländern Torschützenkönig: 2007 in Griechenland mit Ethnikos Piraeus, 2009 mit RN Sori in Italien und 2006 sowie 2013 in Deutschland, einmal im Meisterschaftsjahr mit dem SV Cannstatt und später mit seinem Heimatverein SSV Esslingen. Vier Spielzeiten verbrachte der heute 34jährige als Profi in Italien, eine Saison spielte er in der griechischen Liga. Und auch in der Nationalmannschaft war er stets einer der herausragenden Persönlichkeiten, schoss dort oftmals die meisten Tore seines Teams und wurde von den gegnerischen Mannschaften gefürchtet und respektiert, was oft zu einer Sonderbewachung führte.
Bei 307 Einsätzen kamen einige große Turniere zusammen: die beiden olympischen Spiele 2004 in Athen und 2008 in Peking, fünf Weltmeisterschaften und ebenso viele Europameisterschaften. Die größten Erfolge waren dabei mit Sicherheit der fünfte Platz in Athen 2004 sowie ein sechster Platz bei einer WM und ein fünfter Platz bei einer EM. Und auch der Gewinn der Bronzemedaille in der Weltliga 2005 ist noch in guter Erinnerung. Platzierungen von denen man derzeit im deutschen Wasserball nur träumen kann. Die dritten olympischen Spiele blieben dem heute dreifachen Familienvater sowohl 2012 und 2016 verwehrt, da sich das Team Deutschland nicht qualifizieren konnte. 15 Jahre nach seinem ersten Einsatz im Nationalteam im Alter von 19 Jahren hatte er beim Olympiaqualifikationsturnier 2016 seinen letzten Einsatz. Doch begonnen hatte alles viele Jahre zuvor: 1989 begann er mit dem Wasserballsport, beeindruckt von der großen Karriere seines Vaters Ingulf, der stets sein größter Förderer in jungen Jahren war. Auch wenn es ein Zufall war, das Datum seiner Verabschiedung hätte kaum besser gewählt werden können: am 14. Februar wäre Ingulf Nossek 73 Jahre alt geworden.

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