SSVE nah dran, doch es reicht nicht ganz

5. April 2018

Esslingen verliert Serie gegen Duisburg nach großem Kampf mit 1:3

Der SSV Esslingen verlor das vierte PlayOff-Viertelfinale gegen den ASC Duisburg mit 10:14 (2:4, 2:4, 3:3, 3:3). Mit drei Siegen in vier Spielen qualifizierten sich die Duisburger für das Halbfinale, den Esslinger Wasserballern bleibt nach einer Serie auf Augenhöhe das Spiel um Platz 5.

Es war wieder Mittwochabend, wieder Inselbad, und wie schon vor zwei Wochen, als die Esslinger gegen den ASCD zur Halbzeit sensationell mit 8:1 vorne lagen und am Ende mit 10:7 verdient gewannen, waren wieder viele Zuschauer nach Untertürkheim gekommen. Die wollten sehen, ob es dem SSVE nach den zwei knappen Auswärtsniederlagen noch einmal gelingen würde, die Duisburger zu überraschen. Doch die personellen Voraussetzungen waren nicht die besten: Marvin Thran, der sich in „Spiel 3“ der Serie die Nase gebrochen hatte, fiel definitiv aus und auch Kapitän Heiko Nossek sowie Torhüter Adrian Hausmann, der im ersten Spiel der Serie noch Florian Pirzer im Gehäuse vertrat und „Spieler des Tages“ wurde, mussten krankheitsbedingt passen. Am Mittwochmorgen hieß es dann zunächst „Bad gesperrt“ und bis zur Mittagszeit war unsicher, ob das Viertelfinale überhaupt angepfiffen werden kann. Doch die Wasserwerte hatten sich bis zum Abend normalisiert, sodass die beiden Kontrahenten zum vierten Duell der Best-of-Five-Serie ins kühle Nass springen konnten. Und auch dieses Mal sollte es sich für die Zuschauer lohnen, auch wenn die erste Halbzeit den Gästen gehörte, entwickelte sich eine spannende Partie und die Esslinger lieferten dem ASCD bis zum Schluss einen großen Kampf. „So kann man gegen den ASCD ausscheiden“, zeigte sich dann auch SSVE-Trainer Bernd Berger nach dem Spiel keineswegs unzufrieden. „Die Doppelhinausstellung [gegen Hannes Rothfuß auf Esslinger und Tobias Gietz auf Duisburger Seite noch im ersten Abschnitt] traf uns heute härter als den Gegner. Es waren tolle, auch harte Spiel. Insgesamt können wir mit der Leistung im Viertelfinale zufrieden sein. Nun geht es gegen Neukölln um Platz 5.“ Kapitän Heiko Nossek nahm seinen Platz als Co-Trainer auf der Bank ein und fand nach dem Spiel auch Lob für sein Team: „Das Team hat ein starkes Spiel gemacht und gut gekämpft. Die seltsame Linie, wenn man das überhaupt so nennen kann, der Unparteiischen, bedarf keiner Worte“, zeigte er sich mit der Spielleitung der Schiedsrichter wie so viele Zuschauer während der Partie nicht einverstanden. Linkshänder Valentin Finkes, der in den vier Spielen gegen Duisburg mit elf Treffern erfolgreichster Torschütze der Serie war, sah den Knackpunkt bereits in der ersten Halbzeit: „Wir haben zu Beginn des Spiels zu viele Chancen liegen gelassen und den Duisburgern einfache Tore geschenkt. Wir haben uns immer wieder super zurückgekämpft, aber am Ende hat das vielleicht zu viel Kraft gekostet. Man hat gesehen, dass zwischen den Mannschaften kein großer Unterschied ist, alle Spiele waren auf Augenhöhe. Insgesamt war uns dann aber Duisburg einen Schritt voraus. Es fehlen Kleinigkeiten, um die das nächste Mal zu knacken und das obwohl wir nie komplett gespielt haben.“

Nach drei Spielen kannten sich die Gegner und ohne großes Abtasten ging es gleich richtig los. Duisburg ging 0:1 in Führung, doch mit etwas Glück nutzten die Esslinger ihre erste Überzahlchance, als Timo van der Bosch einen Abpraller nach Schuss von Valentin Finkes über die Linie zum Ausgleich drücken konnte. Esslingens Spanier Eric Fernandez Rivas machte als dreifacher Torschütze eine bärenstarke Partie und zeigte mehrmals in Mann-gegen-Mann-Situationen seine Klasse und so schloss er in dieser Anfangsphase einen Konter mit viel Überzeugung zum 2:1 ab. Mitte des ersten Abschnitts gelang den Gästen erneut aus dem Rückraum der Ausgleich. In der Folgezeit ließen die Esslinger mehrere beste Chancen liegen, besser machten es da die Duisburger, die mit 2:3 ihrerseits wieder in Führung gehen konnten. Dann der erste große Aufreger der Partie, als sich Duisburgs Tobias Gietz nach Meinung der Esslinger offensichtlich unfair im Angriff durchsetzte und das 2:4 erzielte, danach gab es ein Scharmützel zwischen dem Duisburger Torschützen und Rückraumspieler Hannes Rothfuß, das umgehend für beide mit einer roten Karte endete. Für beide Teams bedeutete das, dass ein wichtiger Spieler ihrer Mannschaft nicht mehr zur Verfügung stand, doch traf es die Esslinger vermeintlich härter, schließlich hatten sie im Rückraum mit Heiko Nossek und Marvin Thran bereits zwei Ausfälle zu beklagen.
Im zweiten Viertel schien es, als wären die Esslinger geschockt, denn bis Mitte des Abschnittes zogen die Gäste auf 2:7 davon. Doch ein abgefälschter Schuss von Robert Stiefel fand den Weg ins Tor zum 3:7 und war so etwas wie ein Weckruf für den SSVE, das Spiel noch nicht aufzugeben. Eric Fernandez Rivas zeigte sich trickreich und torgefährlich, als er den Ball „unsichtbar“ für den Gegner nach vorne transportierte und selbst zum 4:7 abschloss. Die Esslinger waren wieder dran, doch es folgte eine weitere diskutable Entscheidung, als Esslingens Novak Zugic sich den Ball in der Verteidigung erkämpft hatte, sein Team bereits in den Konter ging und dann doch zurückgepfiffen wurde und die Duisburger dann leichtes Spiel hatten und den 4:8-Pausenstand erzielten.
In der Halbzeit schienen die beiden Esslinger Trainer die richtigen Worte gefunden zu haben, denn es folgte die bis dahin stärkste Phase des SSVE: Eric Fernandez Rivas hämmerte einen direkten Freiwurf ins Netz zum 5:8, wenig später wurde der erst 15jährige Zoran Bozic von Valentin Finkes in Überzahl bestens in Szene gesetzt und machte den sechsten SSVE-Treffer. Und der jüngste SSVE-Spieler war auch an der nächsten gelungenen Aktion entscheidend beteiligt, als er den wohl schönsten Esslinger Spielzug mit einem Pass von halbrechts auf Linksaußen Robert Stiefel einleitete, der wiederum direkt auf Timo van der Bosch passte, der zum 7:8 abschloss. Esslingen war da, Mannschaft und auch die Zuschauer. Das Spiel hatte eine Wellenform, denn nach der starken Esslinger Phase konterten nun wieder die Duisburger und bauten den Vorsprung innerhalb von etwas mehr als zwei Minuten wieder auf 7:11 aus.
Doch die Esslinger hatten nun nichts mehr zu verlieren und legten noch einmal richtig los. Valentin Finkes schloss einen Mannschaftskonter aus dem Rückraum zum 8:11 ab und als er fünf Minuten vor Spielende in Überzahl zum 9:11 traf, keimte wieder Hoffnung auf. Ausgerechnet in dieser Situation wurde den Duisburgern erneut ein zu schneller Freiwurf zuerkannt, sie nutzten die sich bietende Chance schnell, spielten einen guten Pass und trafen zum 9:12. Als der ASCD in der 29. Minute das 9:13 erzielten, war das die Vorentscheidung. Dem 9:14 ließ noch einmal Valentin Finkes das 10:14 folgen, doch war dies gleichzeitig der Endstand.

Eine schwierige Saison neigt sich so langsam dem Ende zu, in der die Esslinger Wasserballer in der Hauptrunde einige Punkte unnötigerweise liegen ließen, doch am Ende mit starken Leistungen gegen Potsdam und Hannover die Kurve bekamen und im Viertelfinale dem ASC Duisburg einen tollen Kampf lieferten. Doch noch ist die Saison nicht zu Ende, schließlich geht es noch um Platz 5. Gegner in der Best-of-Three-Serie wird die SG Neukölln sein, die ihrerseits die Viertelfinalserie mit 1:3 gegen den OSC Potsdam verlor. Die Spieltermine werden noch bekannt gegeben.

Für den SSV Esslingen im Einsatz waren:

Boris Tepic (Torwart), Eric Fernandez Rivas (3 Tore), Hannes Rothfuß, Valentin Finkes (3), Timo van der Bosch (2), Leo Hurley, Zoran Bozic (1), Vincenzo Inguanta, Robin Finkes, Novak Zugic, Robert Stiefel (1), Konstantinos Sopiadis, Florian Pirzer (Torwart)

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